Mit den ersten norwegischen Siedlern, den Wikingern, die auf der Flucht vor dem damaligen norwegischen König waren, kamen auch die ersten Pferde nach Island. Diese Wikinger brachten Waffen, ihre Frauen, Hausrat, Vieh und die Vorfahren unserer heutigen Islandpferde auf die einsame, unwirkliche und unkultivierte Insel im Nordatlantik mit. Durch Kreuzungen der Germanenponies mit Keltenponies, die die Wikinger von ihren Raubzügen aus England und Irland mitbrachten, wurden die bis heute vermutlich genetisch unveränderten Islandpferde gezüchtet.
Lange Zeit war das Pferd das einzige Fortbewegungsmittel auf der Insel. Es gab keine Straßen, das Land war dünn besiedelt. Der Tölt war die Reisegangart der Isländer auf ihren weiten Wegen quer durch das unwegsame Land, denn diese Gangart ist nahezu erschütterungsfrei und sehr bequem.
Unverzichtbar war das Pferd bis zur Industrialisierung auch in der Landwirtschaft (Lasten tragen, Heuernte, Schafabtrieb, Holztransporte, Waren auf die Märkte schaffen, usw.) und es war neben Fisch auch ein Hauptnahrungsmittel der Bevölkerung.
Gleichwohl war das Pferd ein Statussymbol; auf Qualität, Charakter und Verlässlichkeit wurde großen Wert gelegt. In
Island wurde per gesetzgebender Versammlung vor rund 1000 Jahren ein
Einfuhrstop für Pferde erlassen.Das führte folglich zur Isolationszucht
und letztlich dem Erhalt dieser Rasse.
1783 verringerte sich der Pferdebestand Islands von 32000 auf 8500 Tiere. Ursache war der größte Vulkanausbruch. Die meisten Tiere starben an Weidevergiftung durch den Ascheregen. Zu Beginn der Industrialisierung sank die Wertschätzung der Islandpferde im Lande gewaltig. Die Pferde mußten Eis für die Fischdampfer schleppen und wurden für das Be- und Entladen der Schiffe gebraucht. Nach England exportiert, kamen sie in die Kohlebergwerke um dort die Kohlekarren zu ziehen. Nach wie vor dienten sie überwiegend als Nahrungsmittel.
Im Zeitalter der Industrialisierung ( Autos und landwirtschaftliche Maschinen hatte nun Jeder) war das Islandpferd plötzlich wieder beliebt und man erinnerte sich seiner Qualitäten und an vergangene Zeiten mit den Pferden. Es wurde erneut zum Statussymbol und das Reiten wurde in Island zum Volkssport. Nach Deutschland wurden die ersten Islandpferde erst nach dem zweiten Weltkrieg exportiert. Wir lieben diese besondere Pferderasse.
Vierthohen Islandpferdegestüt und Pensionspferdehof